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Yiquan für Anfänger - Stefan Österreich
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Yiquan für Anfänger - eine Herausforderung für Schüler und Lehrer - Stefan Österreicher
“Der Weg des Yiquan verläuft geradlinig, nur der Einstieg ist schwer zu finden“
Auf Grund der Charakteristik der Methode stellt das Unterrichten von Yiquan den Lehrer genauso vor eine Herausforderung wie den Schüler das Erlernen. Einige methodische Kunstgriffe können diesen Prozess erleichtern und erfolgreich gestalten helfen.
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Wenn man Anfänger in Yiquan unterrichtet ist man sofort mit einer Reihe von Schwierigkeiten konfrontiert, die sich aus der Charakteristik der Yiquan Trainingsmethode ergeben. Im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten oder Qigong-Methoden gibt es im Yiquan keine der oft langen und genau strukturierten Übungsreihen wie etwa “die 18 Lohan Hände”, “die acht Brokate”, die “zehn Meditationen...”, ganz zu schweigen von den teilweise sehr langen Formen im Taiji. Solch strukturierte Übungsformen machen die Methodik für den Lehrer einfach - man beginnt am Beginn und arbeitet sich langsam vor, vielleicht jede Einheit um eine oder zwei Bewegungen. Bei den langen Taiji Formen kann man so seine Schüler für einige Zeit als Kunden binden, schließlich will ja die ganze Form vollständig erlernt werden. Das ist vor allem günstig für den Lehrer, zumindest von der finanziellen Seite her.
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Ein Nachteil dieses Ansatzes wurde von Wang Xiangzhai in seiner radikalen Kritik der Kampfkünste formuliert: das Üben der (äußeren) Formen geht zu Lasten des Inhalts, d.h. der inneren Qualität und Prinzipientreue des Übens. Außerdem ist der Lerneffekt für den Lehrer (wenn man von der Vorstellung ausgeht, dass auch der Lehrer vom Schüler lernt) bei dieser Vorgangsweise bestenfalls gering.
Konsequenterweise wurde in der Yiquan-Methode auf solche Formen verzichtet. Zwar gibt es auch hier einen Anfang, nämlich das Zhanzhuang, nach etwas tieferem Verständnis der Methode wird jedoch bald klar, dass hier eigentlich schon alles präsent ist. Der Schüler kann dieses Verständnis natürlich erst mit der Zeit entwickeln. Sofort sind wir mit der nächsten Schwierigkeit konfrontiert. Wir erklären die Grundform des Zhanzhuang und verlangen vom Schüler, dass er/sie “einfach nur „dasteht“ und „nichts tut” weil er/sie damit „alles tut” (frei nach Laotse). Diese Übung ist in der Tat so unkonventionell, ja geradezu befremdlich, dass der Schüler wirklich sehr aufgeschlossen und lernwillig sein muss und außerdem noch ein gehöriges Maß an Vertrauen in den Lehrer aufbringen muss um nicht gleich davonzulaufen.Die nächste Schwierigkeit lässt nicht lange auf sich warten. Das Stehen ist nämlich sehr anstrengend. Fünf Minuten sind bereits eine große Herausforderung. Wie soll also der Unterricht gestaltet werden, wenn die Schüler bereits nach wenigen Minuten die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben?
Dazu kommt noch, dass die Übung einfach aussieht, eigentlich aber sehr komplex ist. Am Anfang müssen wir uns auf wesentliche Elemente beschränken. Die Fehler bei den Schülern sind zahlreich und leicht zu erkennen, der Lehrer wird sich aber darauf beschränken müssen, nur die gröbsten „Sünden“ nach und nach zu korrigieren. Es benötigt einfach einen erheblichen Zeitfaktor bzw. eine gehörige Quantität der Übung um gute Qualität und eine schöne Struktur zu erreichen. Die Schüler müssen also Geduld aufbringen und beharrlich üben. Wie kann man aber immer wieder mit der gleichen Übung kommen, wo die meisten modernen Menschen heutzutage möglichst schnell etwas lernen und möglichst abwechslungsreich unterhalten werden wollen? Wie kann man erreichen, dass die Schüler am Ball (des Chengbao Zhuang) bleiben?Dazu kommt noch, dass die autokorrektive Wirkung des Stehens zuerst einmal unangenehme Gefühle beschert, indem sie nämlich Verspannungen und Blockaden noch verstärkt und deutlich spürbar macht. Der Schüler verspürt also zuerst eine unangenehme Wirkung, wahrscheinlich wollte er eigentlich Verspannungen loswerden und jetzt werden sie noch schlimmer! Das Vertrauen in Lehrer und Methode wird erneut stark beansprucht. Und wieder ist ein erheblicher Zeitaufwand vonnöten um diese „Bitterstufe“ hinter sich zu lassen und die „Süßstufe“ zu erreichen.
Welche Möglichkeiten ergeben sich also vom Aufbau des Unterrichts her?Wie immer wird es wohl wichtig sein, dass der Lehrer authentisch bleibt, Verständnis für die Probleme der Schüler hat (aus der eigenen Lernerfahrung!) und kreative Strategien zur Problemlösung findet.Zur Schwierigkeit der geringen anfänglichen Ausdauer beim Stehen bieten sich an, die Dauer der Trainingseinheit nicht zu lange zu wählen sowie mehr Zeit für Vorbereitungs- und Abschlussübungen (wichtig für Entspannung) einzuplanen. Weitere Möglichkeiten der methodischen Gestaltung wären z.B. die folgenden
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Zhanzhuang Positionen abzuwechseln und gelegentlich in einer Abfolge zu üben, so erreicht man eine bereits längere Übungsdauer für die Beine, die in der Grundpostiion bleiben, während die schneller ermüdenden Arme und der Geist, die Postion und damit die Beanspruchung vbariieren könnenabwechslungsreiche Einzelübungen zum besseren Verständnis einzubauen; z.B. Mingmen und Jiajie bleiben bei der vor/zurück Bewegung in einer Linieöfter Partnerübungen durchführen, sodass jeweils nur eine Person übt, die andere durch beobachten und korrigieren jedoch auch einen Lerneffekt erzieltZhanzhuang abwechselnd im Stehen, Sitzen und Liegen übenÜbungen mit Theorie auflockern: theoretische Hintergründe zu Yiquan, Geschichte, Anekdoten,Lehrgeschichten, Philosophisches, mögliche Erklärungen er Wirkung aus westlich medizinischer Sicht, und vor allem entspannenden Humor!zwischendurch Übungen mit mehr Bewegung einbauen, z.B. “Fensterputzen”bald mit Mocabu beginnen, damit etwas Gehbewegung in das Training kommt und die untere Extremität miteinbezogen wird.zwischendurch lockern und ausschüttelnin der Vorstellungsarbeit anfangs auf das Lösen der Verspannungen konzentrierenabwechslungsreiche Vorstellungsarbeit, Raum für eigene Vorstellungen lassen (trotzdem korrekt!)längere Abschlussübungen mit Gesichtsmassage und Abklopfen einplanenangenehme Musik verwenden
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Trotz dieser Schwierigkeiten und der großen Herausforderung an Lehrer und Schüler gibt es immer wieder sehr gute Erfolge und die Methode verbreitet sich zunehmend in Europa. Förderlich ist hier vielleicht nicht zuletzt der Umstand, dass sich Yiquan auch gut mit westlichem rationalem Denken vereinbaren lässt und ohne die blumig esoterische Sprache des mehr tradtionellen Qigong auskommt. Auch ein gewisser Leistungsfaktor mag hier durchaus ein Ansporn sein, denn eine halbe Stunde joggen kann man bald, aber eine halbe Stunde Stehen ist schon eine ungewöhnliche Leistung. Ist der Einstieg erst gefunden, ist dem Weg des Yiquan leicht zu folgen!
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Lebenslauf - Stefan Österreich Ausbildung:
Seit 2007 Psychotherapeutisches Propädeutikum 2007 Skilehrer Anwärter 2004-2007 Qigong Lehrerausbildung, Jumin Chen seit 2007 Yiquan Lehrerausbildung, Jumin Chen 2003-2005 Mountainbike Lehrwart Nordic Walking Basic Instructor (INWA) Fitlehrwart für Krafttraining Fitlehrwart für Ausdauertraining Rettungsschwimmer 1996-2001 Übersetzer- und Dolmetscherausbildung Universität Innsbruck, Abschluss Mag. phil. 1996 staatl. geprüfter Bergwanderführer Berufserfahrung: freier Übersetzer Lehrauftrag für Körperarbeit an der Schauspielschule Sachers Jugendbetreuer Park-in Hall Wanderführer Alpinschule Innsbruck Reproduktionstechniker Tiroler Repro, Hernegger Offsetdruck Sprachen: Englisch, Spanisch, Italienisch Mitarbeit bei Gestaltung von erlebnispädagogischen Camps Diplomarbeit zur Terminologie der Schnee- und Lawinenkunde Übersetzung des Lawinenhandbuchs „Powderguide“ (Feist/Kurzeder, Tyrolia) vormals freier Mitarbeiter bei SAAC (Verein Snowboarder für Sicherheit, veranstaltet Lawinencamps im In- und Ausland ) Yoga, Tai Chi, Qigong, Aikido
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